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Nisthilfen für Gebäudebrüter

Wir stellen Ihnen hier beispielhaft artspezifische Lösungsmöglichkeiten vor, die sich bereits in der Praxis bewährt haben.
 

Haussperling

Für den Haussperling wurden spezielle Koloniekästen entwickelt, die landläufig als „Spatzenhotel“ bezeichnet werden. Die Abbildung zeigt ein in die Dämmung eingelassenes Sperlingskoloniehaus 1SP der Firma Schwegler.

Da in den letzten Jahren die Stärke des Dämmmaterials kontinuierlich abgenommen hat, kann diese Nisthilfe nur noch selten bündig eingebaut werden. Je nach Dämmstärke ragt die Spatzenkolonie also wenige Zentimeter aus der gedämmten Fassade heraus. Um diesen optischen „Nachteil“ abzumildern, kann diese Nisthilfe mit atmungsaktiver Fassadenfarbe gestrichen werden und passt sich so dem Untergrund besser an.

Eine Reinigung der Nisthilfe ist nicht zwingend erforderlich, da der Haussperling ganzjährig sein Nest aus- und umbaut. Nicht mehr benötigtes Baumaterial wird selbstständig entfernt und führt somit nicht dazu, dass die Nisthilfe im laufe der Jahre „zugestopft“ ist und somit gemieden wird. Besteht jedoch die Möglichkeit, im Zuge von geplanten Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen am Gebäude die Kästen zu säubern, so sollte diese Gelegenheit aber dennoch genutzt werden.

Außenmaße: H 24,5 x B 43 x T 20 cm.
Innenmaße der drei Brutkammern: Jeweils H 16 x B 10,5 x T ca. 15cm.
Gewicht: ca. 15 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: Ab 2 Meter aufwärts
Stückpreis (incl. Mwst.) : 73,28 Euro


Hausrotschwanz

Für den Hausrotschwanz als Halbhöhlenbrüter stehen spezielle Niststeine zum Einbau in die Wärme-Dämm-Verbundsysteme zur Verfügung. Die Abbildung zeigt einen solchen Niststein vom Typ 26, der bündig eingebaut, überputzt und mit atmungsaktiver Fassadenfarbe gestrichen wurde.

Der bündige Einbau ist allerdings erst ab einer Dämmstärke von 18 Zentimetern möglich. Bei geringeren Stärken kann der Niststein trotzdem verwandt werden, ragt dann aber wenige Zentimeter aus der Fassade heraus. Bringt man die Nisthilfe für den Hausrotschwanz direkt im Giebelbereich unter einem Dachüberstand an, fällt dies aber kaum auf.

Eine Reinigung der Nisthilfe ist nicht zwingend erforderlich. Besteht jedoch die Möglichkeit, im Zuge von geplanten Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen am Gebäude den Niststein zu säubern, so sollte von dieser Gelegenheit aber dennoch Gebrauch gemacht werden.

Außenmaße: H 19 x B 18 x T 18 cm
Fluglochweite: 110 x 80 Millimeter.
Gewicht: ca. 5,4 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: Für den Hausrotschwanz bevorzugt im Giebelbereich

Stückpreis (incl. Mwst.) : 36,58 Euro

Mauersegler

Für den Mauersegler gibt es mit dem WDV-Einbaukasten 1A und den Einbaukasten Nr. 16 und 16S gleich drei Modelle, die sich zur Integration in Wärme-Dämm-Verbundsysteme eignen.

 

Die Abbildung zeigt den WDV-Einbaukasten 1A der bündig eingebaut, überputzt und mit atmungsaktiver Fassadenfarbe gestrichen wurde. Diese Nisthilfe wurde von der Firma Schwegler GmbH in enger Zusammenarbeit mit Experten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V. entwickelt. Dieser Kasten zeichnet sich dadurch aus, dass er mit nur 2,7 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht ist und über einen speziellen Anflugring verfügt. Dieser ermöglicht den Mauerseglern aufgrund seiner besonderen Struktur einen sicheren Anflug auch an glatten Fassadenoberflächen. Da Mauersegler in der Regel kein Nistmaterial eintragen, wurde bewusst auf eine Reinigungsöffnung verzichtet. Bei diesem Modell ist allerdings eine Fehlbelegung durch Meisen nicht auszuschließen. Im Zuge von geplanten Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen am Gebäude sollte daher, soweit möglich, vorhandenes Nistmaterial entfernt werden.

Außenmaße: H 13,5 x B 34 x T 15 cm (+ 1,7 cm für Einflugring)
Gewicht: ca. 2,7 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: Im Giebelbereich und unter Dachüberständen ab 5 Meter aufwärts an wetterabgewandten Seiten. Eine freie An- und Abflugmöglichkeit unterhalb des Einfluglochs muss dauerhaft gewährleistet sein.

Stückpreis (incl. Mwst.) : 48,28 Euro

Die Abbildung zeigt den Mauersegler-Einbaukasten Nr. 16S, der aufgrund seiner Tiefe von 22 Zentimeter in der Regel nicht mehr bündig eingebaut werden kann. Als Besonderheit verfügt dieser Einbaukasten über eine Starensperre, die wie der Name schon vermuten lässt, dem Star den Zugang zum Brutinnenraum verwährt. Diese Sperre hat die Funktion, die Fremdbelegungen zu verringern und kommt dem Wunsch vieler Bauträger entgegen, die eine Besiedlung durch den Star ablehnen. Als Zubehör gibt es für dieses Kastenmodell eine spezielle Nestmulde, die das Umherrollen der Eier minimieren und somit zur Verringerung von Brutverlusten beitragen. Ihr Einsatz wird von Fachleuten explizit empfohlen.

Da der Einbaukasten 16S einige Zentimeter aus der Fassade herausragt und in seiner Dimension nicht gerade klein ausfällt, bestehen bei einigen Bauträgern Vorbehalte gegen dessen Einsatz. Es bieten sich daher Aufhängeorte an, die von der Bevölkerung gar nicht oder nur eingeschränkt eingesehen werden können. In der Abbildung handelt es sich zum Beispiel um eine Hinterhoffassade. Zusätzlich kann der gesamte Kasten (incl. der Vorderfront) mit atmungsaktiver Fassadenfarbe gestrichen werden und passt sich so besser dem Untergrund an.

Eine gute Argumentation zum Einsatz dieser Kastenvariante ist der Hinweis, dass das Engagement des Immobilienbesitzers für den Artenschutz so sichtbar nach außen getragen wird.

Der Mauersegler selbst trägt in der Regel kein Nistmaterial ein, so dass eine Reinigung der Nisthilfe nicht zwingend erforderlich ist. Eine Fehlbelegung durch Meisen, die sehr viel Nistmaterial eintragen können, ist aber nicht auszuschließen. Sollten sich im Zuge von geplanten Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen am Gebäude die Möglichkeit ergeben die Nisthilfen zu säubern, so sollte von dieser Gelegenheit Gebrauch gemacht werden.

Außenmaße: H 24 x B 43 x T 22 cm (Incl. Verschluss)
Innenmaße des Brutraums: H 17 x B 36 x T 16 cm.
Gewicht: ca. 11,2 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: Im Giebelbereich und unter Dachüberständen ab 5 Meter aufwärts an wetterabgewandten Seiten. Eine freie An- und Abflugmöglichkeit unterhalb des Einfluglochs muss dauerhaft gewährleistet sein.

Stückpreis (incl. Mwst.) : 89,92 Euro

 
Der Mauersegler-Einbaukasten Nr. 16 unterscheidet sich vom Modell 16S nur in soweit, dass hier der Einflug für die Tiere nicht frontal sondern nur von unten erfolgen kann. Aufgrund dieser Konstruktion benötigt der Kasten auch keine Starensperre und wird auch von anderen Vogelarten (z.B. Meisen) seltener belegt.

Außenmaße: H 24 x B 43 x T 22 cm (Incl. Verschluss)
Innenmaße des Brutraums: H 17 x B 36 x T 16 cm.
Gewicht: ca. 11,0 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: Im Giebelbereich und unter Dachüberständen ab 5 Meter aufwärts an wetterabgewandten Seiten. Eine freie An- und Abflugmöglichkeit unterhalb des Einfluglochs muss dauerhaft gewährleistet sein. Dieses Modell ist nicht zum bündigen Einbau vorgesehen, da sich die Einflugmöglichkeit auf der Unterseite der Nisthilfe befindet. Die maximale Einschubtiefe beim Einbau liegt bei 17 Zentimetern.

Stückpreis (incl. Mwst.) : 87,09 Euro


Fledermäuse

Für unsere gefährdeten Fledermäuse gibt es mit der Fledermaus-Fassadenröhre 1FR, der Fledermaus-Fassadenreihe 2FR und dem Fledermaus-Winterquartier 1WI gleich drei Modelle, die sich zur Integration in Wärme-Dämm-Verbundsysteme eignen.

 

Die Abbildung zeigt die Fledermaus-Fassadenröhre 1FR, die bündig eingebaut, überputzt und mit atmungsaktiver Fassadenfarbe gestrichen wurde. Diese Nisthilfe ist als Ersatz für spaltenartige Hohlräume entwickelt worden, die im Zuge einer Wärmedämmung verloren gehen. Die Fledermäuse können diese Strukturen zur Bildung von Sommer- oder Zwischenquartieren nutzen. Auch die Bildung von Wochenstuben, in denen sich die Weibchen sammeln, um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen, ist möglich. Die Fledermaus-Fassadenreihe 1FR ist wartungsfrei und braucht nicht gereinigt zu werden. Eine Fremdbelegung durch Vögel ist aufgrund der konstruierten Einflugöffnung nicht zu erwarten.

Außenmaße: H 47,5 x B 20 x T 12,5 cm.
Einflugweite: H 9 x B 15 x T 2 cm.
Gewicht: ca. 9,8 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: ab fünf Meter aufwärts bis in den Giebelbereich. Sofern möglich sollte die Nisthilfe in der Nähe einer Hausecke angebracht werden. Eine freie An- und Abflugmöglichkeit unterhalb des Einflugs muss dauerhaft gewährleistet sein.

Stückpreis (incl. Mwst.) : 72,11 Euro

 
Besteht an einem sanierungsbedürftigen Gebäude ein Fledermausquartier, dessen Zugang durch eine Dämmung verschlossen würde, so besteht mit der Fledermaus-Fassadenreihe 2FR eine Möglichkeit zum Erhalt.

Das Bauprinzip ist mit dem der Fledermaus-Fassadenröhre 1FR identisch, bietet aber zusätzlich die Möglichkeit, dass die Tiere durch ein vorbereitetes „Schlupfloch“ an der Rückwand in bereits vorhandene Hohlräume gelangen können. Auch an den Seitenelementen bestehen Durchschlupfmöglichkeiten, die optional zu öffnen sind. Durch seitliches Aneinanderreihen von mehreren Elementen lassen sich so Quartiere von beliebiger Größe schaffen.

Außenmaße: H 47,5 x B 20 x T 12,5 cm.
Einflugweite: H 9 x B 15 x T 2 cm.
Gewicht: ca. 9,8 Kilogramm.
Material: Schwegler Holzbeton.
Anbringungshöhe: Sofern zum Erhalt von bestehenden Fledermausquartieren eingesetzt, wird die Fledermaus-Fassadenreihe 2FR so eingebaut, dass das „Schlupfloch“ an der Rückwand der Nisthilfe genau vor dem Einflug des bereits bestehenden Quartiers gesetzt wird. Ansonsten gelten die gleichen Empfehlungen zum Einbau wie bei der Fledermaus-Fassadenröhre 1FR.

Stückpreis (incl. Mwst.) : 72,11 Euro

 

Einige Fledermausarten (z.B. Zwerg- und Breitflügelfledermäuse) sind durchaus in der Lage, auch in tiefen Spalten von Gebäuden zu überwintern. Damit diese Möglichkeit auch nach einer Sanierung noch gegeben ist, wurde das Fledermaus- Winterquartier 1WI entwickelt.

Diese Nisthilfe eignet sich aufgrund einer Spezial-Isolierung auch zur Überwinterung von gebäudebewohnenden Fledermausarten. Der trichterförmig geformte Anflugbereich beschleunigt die Annahme und bietet besonders unerfahrenen Jungtieren gute Ankrallmöglichkeiten.

Außenmaße: H 54,5 x B 34,5 x T 9,5 cm.
Gewicht: ca. 15,0 Kilogramm.
Material: Witterungsbeständiger und atmungsaktiver Holzbeton.
Anbringung: Diese Nisthilfe kann im Zuge einer Wärmedämmung bündig eingebaut, überputzt und gestrichen werden. Eine vorherige Befestigung mit Schrauben an der Außenfassade ist optional möglich, aber nicht zwingend erforderlich.

Stückpreis (incl. Mwst.) : 104,32 Euro
 
Wichtig ist dabei noch zu wissen, dass es weder bei einer Besiedlung durch den Haussperling, noch beim Mauersegler, Hausrotschwanz oder den Fledermäusen zu einer Verschmutzung der Hausfassade kommt!

Eine entscheidende Frage ob es langfristig eine Zukunft für Spatz & CO geben wird, hängt auch mit dem finanziellen Aufwand zusammen, der damit verbunden ist. Die Bereitschaft und die finanziellen Möglichkeiten der Hausbesitzer zur Investition in den Artenschutz sind natürlich unterschiedlich ausgeprägt. Bedenkt man aber, dass der Einbaustein Typ 26 zum Beispiel „nur“ 36,58 Euro kostet oder eine Sperlingskolonie bereits für 73,28 Euro zu erwerben ist, so sollte doch zumindest die Realisierung einzelner Artenschutzmaßnahmen im Budget enthalten sein. Die Montage der Nisthilfen wird in der Regel durch die ausführenden Firmen ohne zusätzliche Kosten durchgeführt.

Die hier angegebenen Kosten der Nisthilfen für die einzelnen Arten beziehen sich auf den Katalog Nummer 69 (2011/2012) der Firma Schwegler GmbH.

Biologische Station Umweltzentrum Hagen